Die Chronik der FF Weitefeld

Die Feuerwehr Weitefeld wurde am 22. Juni 1922 mit über 50 Mitgliedern und mehreren Abteilungen gegründet. So gab es zusätzlich zu den Führungsämtern (Brandmeister und Stellvertreter) noch die Leiter der Steiger-, Wasser-, Spritzen- und Ordnungsabteilung.

1923 erhielt die, schon mit einem Feuerwehrhaus ausgestattete, Wehr von der Gemeinde die erste Spritze und einige Schläuche. Das geht aus einem Übungsprotokoll hervor, in der die Reinigung und Instandsetzung des Spritzenhauses und einiger Geräte beschrieben wurden. Die ersten Uniformen wurden im Frühling 1924 vom Erlös einer Verlosung und einem Gemeindezuschuss beschafft.

Zu dieser Zeit existierte auch eine Ordnungsvorschrift, die u.a. Strafgelder festlegte: unangemeldetes Fernbleiben bei einer Übung zog eine Strafe von -,50 RM und eine Verspätung eine Strafe von -,20 RM mit sich. Ein Austritt aus der Wehr musste schriftlich vorgelegt werden.

Die ersten Übungen fanden Samstags um 20:15 Uhr statt. Da aber fast jeder eine kleine Landwirtschaft betrieb, beschloss man, die Übungen auf Sonntags, 6 Uhr, zu verlegen.

Den ersten Einsatz hatte die Wehr am 24. Juni 1924, 2 Jahre nach ihrer Gründung, als ein Blitz eine Scheune in Brand setzte. Da zu wenig Schläuche zur Verfügung standen, wurde die damals benachbarte Wehr aus Oberdreisbach (jetzt ein Ortsteil von Weitefeld) zur Hilfe geholt.

1925 nahmen 15 Mann am Kreisfeuerwehrtag teil. Im gleichen Jahr, genau am 28. Juni, war auch der damalige Kreisbrandmeister das erste Mal bei einer Weitefelder Übung anwesend.

 

 1926 wurde beschlossen, den Mitgliedern, die alle Übungsstunden und Versammlungen besucht hatten, den Mitgliedsbeitrag zurückzuzahlen. Arbeitslose wurden vom Beitrag befreit. Am 11. April 1926 fand die erste Übung im, bereits am 05. Oktober 1924 beantragten, neuen Steig- und Spritzenhaus statt.

Bei der Abschlussübung 1928 kam es zu Unstimmigkeiten zwischen Gemeinde und Wehr. Die Gemeinde beantragt, dass die Feuerwehr die Instandsetzung der Schieber und Hydranten übernehmen sollte. Ausserdem weigerte sich die Gemeinde, unbrauchbar gewordene Schläuche zu ersetzen. Darin sah die Wehr eine Nichtanerkennung ihrer Arbeit und beschloss die Auflösung. Der damalige Brandmeister bat die Wehr, die Angelegenheit bis 1929 zu vertagen. Im folgenden Winter klärten sich die Unstimmigkeiten und die Wehr blieb bestehen.

Am 12. April 1934 wurde in einer Versammlung mitgeteilt, dass nach dem neuen Feuerlöschgesetz eine Amtswehr gegründet werden musste. Die einzelnen Löschzüge wurden auf die Gemeinden verteilt. Die Wehr musste aufgelöst und ein Löschzug (mit einer Stärke von 55 Mann) neu gegründet werden. In den folgenden Jahren (die Zeit der NSDAP und der beginnende 2. Weltkrieg) wurden Wehrleute zum Militär eingezogen und 1941 schon den ersten Gefallenen gedacht. Durch den Krieg und die Luftangriffe hatte sich der Personalstand auf 30 Mann im Jahr 1943 verringert. Daher wurde ab dem 01. April 1943 eine HJ-Feuerwehrschar mit 12 "Jungen" eingesetzt. Nach dem Krieg kamen am 01. Mai 1945 die übriggebliebenen Wehrleute wieder zusammen.

1947 wurde die Wehr auf 21 Mann reduziert, was zur Folge hatte, das alle Invaliden und alle, die älter als 50 Jahre waren, ausscheiden mussten.

Das Denkmal wird aus der Ortsmitte verlagert...1956 wurde aufgrund immer steigender Anforderungen, eine zweite Motorspritze angeschafft. 1963 nahmen die Feuerwehrmitglieder an Lehrgängen der Feuerwehrschule teil. 1958 wurde das Ehrendenkmal aus der Ortsmitte an den Ortsrand verlagert. Die Feuerwehr übernahm die Ehrenwache. Am 15. Dezember 1964 erhielt die Wehr von der Gemeinde das erste Tragkraftspritzenfahrzeug (kurz: TSF). 1965 wurde die Wehr neu eingekleidet.


Die Feuerwehr übernimmt die Ehrenwache am neuen Standort1969 wurde die Zusammenlegung der Löschzüge Weitefeld und Oberdreisbach beschlossen, was auch in den folgenden Jahren immer wieder zu heftigen Unstimmigkeiten und Zuständigkeitsgerangel führte. Aus Anlass des 50-jährigen Bestehens des Löschzuges Weitefeld wurde 1972 eine Sirene auf der Weitefelder Schule installiert.

In den Jahren 1976 bis 1979 ging die Trägerschaft für die Wehren durch ein neues Brandschutzgesetz auf die Verbandsgemeinde über. Die Löschzüge wurden neu eingeteilt, Geräte und Fahrzeuge konnten gezielter angeschafft werden. 1978 erhielt der Löschzug Daaden ein neues Tanklöschfahrzeug (kurz: TLF), woraufhin die Weitefelder Wehr mit dem alten Tanklöschwagen ausgestattet wurde. Von 1978-79 wurde das Gerätehaus an- und umgebaut.

1979 wurden die Fahrzeuge der VG Daaden mit Funk ausgestattet. Durch das vorhandene TLF erhielt der Löschzug Weitefeld auch die ersten Atemschutzgeräte. Am 10. Juni 1981 erhielt die Wehr, als Ersatz für das bereits seit 1979 beschädigte TSF, ein neues Fahrzeug.

chronik41982 wurde der Kreisfeuerwehrtag aufgrund des 60-jährigen Bestehens der Wehr das erste Mal in Weitefeld ausgetragen. Ebenfalls 1982 nahmen Wehrleute an, auf Kreisebene durchgeführten, Truppmann- und Truppführerlehrgang teil. Die Lehrgänge für Führungskräfte der Stufe I und II mussten auf der Landesfeuerwehrschule in Koblenz absolviert werden.


Am 02. August 1986 erhielten die ersten Wehrleute das, vom Kreisfeuerwehrverband neu angebotene, Leistungsabzeichen in Bronze. Die Weitefelder Wehrleute waren die ersten, die das Abzeichen in Bronze, später auch in Silber und Gold machten.

1988 bekam die Wehr eine neue Tragkraftspritze 8/8 (kurz: TS 8/8) und eine zweite Sirene, die auf der Turnhalle installiert wurde. Am 03. März 1990 wurde die Jugendfeuerwehr der VG Daaden gegründet, der auch 4 Mitglieder aus Weitefeld beitraten. Am 19. April 1990 wurde das neue Tanklöschfahrzeug 16/25 (kurz: TLF 16/25) nach fast 2 Jahren Wartezeit von der Firma Giebeler (Neunkirchen) geliefert.

Im Frühjahr 1996 wurde mit dem Bau des neuen Feuerwehrhauses begonnen. Bereits am 27. Juni 1996 konnte das Richtfest gefeiert werden. Viele Arbeiten, wie z.B. Dacheindeckung, wurden von der Wehr in Eigenleistung erbracht. Am 13. Dezember 1996 konnte Bürgermeister Schneider bei der Einweihung berichten, dass es das erste Feuerwehrgerätehaus in Rheinland-Pfalz sei, dass unter dem veranschlagten Preis gebaut worden sei.

Am 16. Oktober 1998 bekam die Feuerwehr das Löschfahrzeug 8 (kurz: LF 8) von der Feuerwehr Derschen, die ein neues Fahrzeug bekamen. Am 16. Juli 1999 erhielt die Feuerwehr ein TSF vom Löschzug I Daaden als Ersatz für das alte, welches mit einem Motorschaden liegengeblieben war.

In den folgenden Jahren kamen zu den Einsätzen in der Brandbekämpfung immer mehr Einsätze im Bereich der technischen Hilfeleistung hinzu, die mit Spreizern und Rettungsschere durchgeführt wurden und werden. 2001 schied unser alter Wehrführer Siegfried Strunk aus dem aktiven Dienst aus. Es wurde der neue Wehrführer Heiko Weyand ernannt. Zusätzlich gab es einen Wechsel beim Kassenführer (früher: Horst Strunk), dessen Posten Jörg Hölzemann übernahm.

 

Zeitraum Wehrführer
1922 - 1925 Alfred Reinhard
1925 - 1941 Otto Höfer
1941 - 1943 Walter Strunk
1943 - 1946 Otto Höfer
1946 - 1950 Willi Strunk
1950 - 1962 Rudolf Strunk
1962 - 1973 Gustav Höfer (später Wehrleiter der VG Daaden)
1973 - 1975 Rudi Strunk
1975 - 1976 Burkhard Langenbach
1976 - 1979 Walter Hees
1979 - 1989 Erich Keßler
1989 - 2001 Siegfried Strunk
2001 - 2005 Heiko Weyand
seit 2005 Jörg Hölzemann